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Berühmte Persönlichkeiten
 

Konrad Duden - Förderer der einheitlichen deutschen Rechtschreibung

Porträt von Konrad Duden

Der heute als bedeutendster Rechtschreibreformer bekannte Dr. Konrad Duden wurde nach Schleiz gerufen, um das hiesige Gymnasium RUTHENEUM zu reformieren. Dies tat er dann auch erfolgreich. Er führte ein neues Regulativ (Stundentafel) ein, welches schließlich 1882 in Preußen für alle dortigen Gymnasien als Vorbild galt. Unnütze Fächer schaffte er ab und legte den Schwerpunkt der Erziehung auf die Naturwissenschaften.

Dass sich Dr. Konrad Duden gerade hier intensiv mit der deutschen Rechtschreibung beschäftigte, lag zum einen daran, dass jeder Lehrer hier nach seiner eigenen Rechtschreibung lehrte. Außerdem liegt Schleiz im Gebiet zweier markanter Sprach- und Dialektgrenzen. Die seinerzeit aus nicht weniger als sieben Staaten kommenden Schüler sorgten am RUTHENEUM für ein Dialektgewirr, das sicher kaum an einer anderen Schule Deutschlands zu finden war.

Mit seinen Lehrerkollegen erarbeitete Konrad Duden dann die ersten Rechtschreibregeln. Sie wurden erstmals 1871 im Jahresbericht des Gymnasiums veröffentlicht. 1872 folgte dann das Buch "Zur deutschen Rechtschreibung" mit Regelwerk und Wörterverzeichnis. Letzteres ist heute als "Schleizer Duden" bekannt.

Mehr über Konrad Duden und sein umfangreiches Wirken in Schleiz erfahren Sie in der Dauerausstellung im Rutheneum, Kirchplatz 4 in Schleiz.
Telefon: 03663 421649

 
 

Johann Friedrich Böttger - Erfinder des europäischen Porzellans (Meißner Porzellan)

Porträt von Johann Friedrich Böttger

Der als Erfinder des ersten europäischen Porzellans bekannte Johann Friedrich Böttger wurde am 04.02.1682 in Schleiz geboren.
Böttger begann 1696 eine Ausbildung als Apotheker in Berlin. Während seiner Ausbildung wurde sein Interesse an der Alchemie geweckt, die er heimlich im Apothekenlabor seines Ausbilders betreibt. Kontakte zu anderen Chemikern wie Johannes Kunckel bestärken ihn in seinem Streben nach dem Stein der Weisen, mit dem die Umwandlung von unedlen in edle Metalle möglich sein soll.

Sein Ausbilder stand diesen Experimenten skeptisch gegenüber. Um diesen zu überzeugen, wandelt Böttger 1701 bei einer öffentlichen Demonstration – angeblich – silberne Münzen in goldene um. Die Kunde von dieser alchemistischen Meistertat verbreitet sich schnell, und verschiedene Monarchen beginnen sich für den Mann hinter der Goldmacherei zu interessieren. Auch August der Starke erfährt von dem jungen Apothekerlehrling. Er lässt Böttger nach Dresden verbringen und seine Experimente wiederholen.

Daraufhin bekam Böttger in Dresden ein Laboratorium zur Herstellung von Gold in größerem Umfang zur Verfügung gestellt. 1704 wurden zusätzlich Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Gottfried Pabst von Ohain herangezogen, um die Goldmacherei voranzubringen. Tschirnhaus, der zu diesem Zeitpunkt schon seit mehreren Jahren mit Experimenten zur Porzellanherstellung beschäftigt ist, gelingt es, Böttger zur Mitarbeit an diesem Projekt zu überreden.
Nach ersten Erfolgen mit keramischen Experimenten gelang den Dreien 1706 die Herstellung von Jaspisporzellan, einem ziegelrotem Steinzeug, das später als Böttgerporzellan bekannt wird.
Mitte 1707 wurden die Versuche zur Porzellanherstellung in Dresden von Böttger und Tschirnhaus im neu errichteten Labor erneut aufgenommen. Durch die Anregungen von Ohain, weiße Erde zu verwenden, gelingt Böttger mit Hilfe von Tschirnhaus im Dezember 1707 erstmals, ein einfaches Gefäß aus Hartporzellan herzustellen. August der Starke treibt nach der Vorführung nun die Vervollkommung des Fertigungsverfahrens mit dem Ziel der fabrikmäßigen Herstellung schnell voran. Tschirnhaus stirbt während der abschließenden Arbeiten im Oktober 1708 und kann so die Fertigstellung und Betriebsaufnahme der Porzellanmanufaktur Meißen nicht mehr miterleben. Nach seinem Tod übernimmt Böttger die Leitung der Forschung und auch der Manufaktur, die 1710 ihre Arbeit aufnimmt.

Am 13. März 1719 stirbt er an den Folgen seiner Experimente mit giftigen Substanzen in Dresden.

 
 

Nicolaus Schmidt-Künzel ist der gelehrte Bauer von Rothenacker

Es ist der gelehrte Bauer zu sehen, wie er mit einer Karre vollbeladen mit Büchern durch das Land zieht

Nicolaus Schmidt-Künzel wird als der gelehrte Bauer von Rothenacker bezeichnet. Er lebte von 1606 bis 1671 in dieser kleinen Gemeinde nahe der Stadt Tanna.
Sein Ruf in 15 Sprachen, in Geographie, Musik, Heilkunde, Astrologie und selbst im Versemachen bewandert zu sein, lenkte die Aufmerksamkeit der deutschen Gelehrten und Fürsten auf ihn. Diese ließen ihn zu sich kommen, um sich von seinem Wissen zu überzeugen. Bei diesen Begegnungen wurde er reichlich mit Büchern beschenkt, wodurch er eine ansehnliche Bibliothek gewann. Als Soldaten 1643 Feuer im Ort legten, verbrannte leider auch die Bibliothek.

Das Geburtshaus des "Gelehrten Bauern" wurde erhalten und ist heute ein Museum, in dem das Leben und Wirken des "Gelehrten Bauern" dargestellt wird.

Anmeldung/Informationen:
Telefon: 036646 22697
Ansprechpartner: Frau Zapf, Herr Buchmann

 

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