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Berühmte historische Persönlichkeiten
 

Konrad Duden - Förderer der einheitlichen deutschen Rechtschreibung

Porträt von Konrad Duden

Der heute als bedeutendster Rechtschreibreformer bekannte Dr. Konrad Duden wurde nach Schleiz gerufen, um das hiesige Gymnasium RUTHENEUM zu reformieren. Dies tat er dann auch erfolgreich. Er führte ein neues Regulativ (Stundentafel) ein, welches schließlich 1882 in Preußen für alle dortigen Gymnasien als Vorbild galt. Unnütze Fächer schaffte er ab und legte den Schwerpunkt der Erziehung auf die Naturwissenschaften.

Dass sich Dr. Konrad Duden gerade in Schleiz intensiv mit der deutschen Rechtschreibung beschäftigte, lag zum einen daran, dass jeder Lehrer hier nach seiner eigenen Rechtschreibung lehrte. Außerdem liegt Schleiz im Gebiet zweier markanter Sprach- und Dialektgrenzen. Die seinerzeit aus nicht weniger als sieben Staaten kommenden Schüler sorgten am RUTHENEUM für ein Dialektgewirr, das sicher kaum an einer anderen Schule Deutschlands zu finden war.

Mit seinen Lehrerkollegen erarbeitete Konrad Duden dann die ersten Rechtschreibregeln. Sie wurden erstmals 1871 im Jahresbericht des Gymnasiums veröffentlicht. 1872 folgte dann das Buch "Zur deutschen Rechtschreibung" mit Regelwerk und Wörterverzeichnis. Letzteres ist heute als "Schleizer Duden" bekannt.

Mehr über Konrad Duden und sein umfangreiches Wirken in Schleiz erfahren Sie in der Dauerausstellung im Rutheneum, Kirchplatz 4, 07907 Schleiz.
Tel.: 03663 421649

 
 

Heinrich Albert - ein Komponist und Liederdichter der Barockzeit

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Heinrich Albert, auch Heinrich Alberti, (* 28. Juni 1604 in Lobenstein; † 6. Oktober 1651 in Königsberg) war ein Komponist und Liederdichter der Barockzeit. Er war ein bedeutender Vertreter des Königsberger Dichterkreises und Liederkomponist in der Nachfolge von Heinrich Schütz.

Heinrich Albert wurde in Lobenstein im Fürstentum Reuß (Thüringen) geboren. Er besuchte von 1619-1621 die Lateinschule in Gera und studierte 1622 Musik bei seinem Vetter Heinrich Schütz in Dresden, der ihn in die Grundlagen der Kompositionstechnik einführte. Albert musste auf Wunsch seiner Eltern ab 1623 in Leipzig Rechtswissenschaften studieren. Dort wird er jedoch auch weiter Musik bei dem mit Schütz befreundeten Thomaskantor Joh. Hermann Schein studiert haben.

1626 wich er der näherrückenden Gefahr des Dreißigjährigen Krieges aus und ging mit seinem Freund Simon Dach nach Königsberg. 1627 geriet er auf dem Weg von Königsberg nach Warschau, im Gefolge einer holländischen Friedensdelegation, in schwedische Gefangenschaft, aus der er erst ein Jahr später nach Königsberg zurückkehren konnte. Danach studierte er zunächst Festungskunde, um sich aber schließlich doch ganz der Musik zuzuwenden. Vom 1. April 1631 bis zu seinem frühen Tod im Alter von erst 47 Jahren war Heinrich Albert fest angestellter Organist an der Domkirche. Die Universität richtete seine Beerdigung aus, und die auf Latein verfasste Totengedenkrede wurde zur wichtigsten Quelle für seine Biographie.

Albert war Schüler des Dom- und Hofkapellmeisters Johann Stobäus (†1646). Stobäus repräsentierte die Königsberger Tonschule, die man etwa von Johannes Eccard bis zu Johann Sebastiani ansetzen kann (ca. 1590–1690). Hier herrschte meist der fünfstimmige polyphone Vokalsatz vor, den auch Albert pflegte. Populär wurde Heinrich Albert jedoch durch seine einstimmigen Generalbasslieder, von denen etliche durch Reduktion eigener polyphoner Sätze entstanden.

Albert war Mitglied des Königsberger Dichterkreises, zu dem unter anderem Simon Dach, Robert Roberthin, Georg Mylius und zeitweise Martin Opitz gehörten. Die Gruppe traf sich in der Kürbshütte, einer Laube in Heinrich Alberts Garten. Der Garten war die Schwedenschanze an der Mündung des Lindengrabens in den Pregel. Der Kneiphöfsche Rat hatte ihn 1630 seinem Organisten geschenkt. An seiner Laube züchtete Albert Kürbisse, in deren Schale die Freunde ihre Schäfernamen ritzten. Martin Opitz besuchte 1638 hier seinen Freund Simon Dach. Der Garten mit der Hütte wurde jedoch ein Opfer der damaligen Stadtplanung, die eine Bebauung des Weidendammes vorsah.

Ein Heinrich-Albert-Gedenkstein steht im Bad Lobensteiner Hain.

Heinrich Albert vertonte seine eigenen und die Gedichte seiner Freunde und veröffentlichte seine Musik ab 1638 hauptsächlich in insgesamt acht Heften „Arien oder Melodeyen“ als Partituren. Albert versah die Hefte mit selbstgeschriebenen Vorreden, in denen er ausführliche und detaillierte Spielanweisungen gab. Daneben erschienen aber auch viele Gelegenheitsdrucke, die bibliographisch bisher nicht vollständig erfasst sind.
Das Ännchen von Tharau dürfte wohl Alberts berühmtestes Lied sein. Der Text wurde lange Simon Dach zugeschrieben. Joseph Müller-Blattau hat es jedoch wahrscheinlich gemacht, dass Albert selber der Verfasser des Gedichtes in fehlerhaftem samländischem Niederdeutsch sein dürfte. Heute wird das Lied meist in der hochdeutschen Textfassung von Herder und nach der Melodie von Friedrich Silcher gesungen.

 
 

Johann Friedrich Böttger - Erfinder des europäischen Porzellans (Meißner Porzellan)

Porträt von Johann Friedrich Böttger

Der als Erfinder des ersten europäischen Porzellans bekannte Johann Friedrich Böttger wurde am 04.02.1682 in Schleiz geboren.
Böttger begann 1696 eine Ausbildung als Apotheker in Berlin. Während seiner Ausbildung wurde sein Interesse an der Alchemie geweckt, die er heimlich im Apothekenlabor seines Ausbilders betreibt. Kontakte zu anderen Chemikern wie Johannes Kunckel bestärken ihn in seinem Streben nach dem Stein der Weisen, mit dem die Umwandlung von unedlen in edle Metalle möglich sein soll.

Sein Ausbilder stand diesen Experimenten skeptisch gegenüber. Um diesen zu überzeugen, wandelt Böttger 1701 bei einer öffentlichen Demonstration – angeblich – silberne Münzen in goldene um. Die Kunde von dieser alchemistischen Meistertat verbreitet sich schnell, und verschiedene Monarchen beginnen sich für den Mann hinter der Goldmacherei zu interessieren. Auch August der Starke erfährt von dem jungen Apothekerlehrling. Er lässt Böttger nach Dresden verbringen und seine Experimente wiederholen.

Daraufhin bekam Böttger in Dresden ein Laboratorium zur Herstellung von Gold in größerem Umfang zur Verfügung gestellt. 1704 wurden zusätzlich Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Gottfried Pabst von Ohain herangezogen, um die Goldmacherei voranzubringen. Tschirnhaus, der zu diesem Zeitpunkt schon seit mehreren Jahren mit Experimenten zur Porzellanherstellung beschäftigt ist, gelingt es, Böttger zur Mitarbeit an diesem Projekt zu überreden.
Nach ersten Erfolgen mit keramischen Experimenten gelang den Dreien 1706 die Herstellung von Jaspisporzellan, einem ziegelrotem Steinzeug, das später als Böttgerporzellan bekannt wird.
Mitte 1707 wurden die Versuche zur Porzellanherstellung in Dresden von Böttger und Tschirnhaus im neu errichteten Labor erneut aufgenommen. Durch die Anregungen von Ohain, weiße Erde zu verwenden, gelingt Böttger mit Hilfe von Tschirnhaus im Dezember 1707 erstmals, ein einfaches Gefäß aus Hartporzellan herzustellen. August der Starke treibt nach der Vorführung nun die Vervollkommung des Fertigungsverfahrens mit dem Ziel der fabrikmäßigen Herstellung schnell voran. Tschirnhaus stirbt während der abschließenden Arbeiten im Oktober 1708 und kann so die Fertigstellung und Betriebsaufnahme der Porzellanmanufaktur Meißen nicht mehr miterleben. Nach seinem Tod übernimmt Böttger die Leitung der Forschung und auch der Manufaktur, die 1710 ihre Arbeit aufnimmt.

Am 13. März 1719 stirbt Böttger an den Folgen seiner Experimente mit giftigen Substanzen in Dresden.

 
 

Franz Huth - einer der bedeutendsten Pastellmaler des 20. Jahrhunderts

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Der Künstler Professor Franz Huth (* 9. November 1876 in Pößneck; † 7. Juni 1970 in Weimar) gilt in Thüringen und darüber hinaus als einer der bedeutendsten Pastellmaler des 20. Jahrhunderts. Sein Wirkungsbereich waren vor allem Landschaftsbilder und Interieurs.

Franz Huth war der 2. Sohn des Porzellanmalers Louis Huth, er erlernte bei seinem Vater die Technik der Porzellan- und Glasmalerei. Bereits als 12-Jähriger war er in der väterlichen Werkstatt tätig. Nach einer Lehrzeit (ab 1892) in Volkstedt bei Rudolstadt als Porzellanmaler begann er 1894 eine Lehre als Glasmaler im Riesengebirge. Dabei lernte er auch seinen langjährigen Freund und Malerkollegen Arthur Julius Barth kennen.

Danach begann er ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Dresden, wo er es aber zwischen 1895 und 1897 nur drei Semester aushielt. Nach längerem Aufenthalt 1897-1898 in der Schweiz, in Südfrankreich und Oberitalien besuchte er 1900 die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin.

Ab 1903 arbeitete er einige Jahre in Heidelberg für die dortige Niederlassung der Manufaktur seines Vaters. Von 1911 bis 1918 lebte und wirkte er als freischaffender Künstler in verschiedenen Städten: Cuxhaven, Heidelberg, Rom, Darmstadt. Dabei trat immer mehr die Pastellmalerei in den Vordergrund. Im Jahre 1918 nahm er seinen Wohnsitz in Bensheim an der Bergstraße.

1922 übersiedelte er mit seiner Familie nach Weimar, wo er mit kürzeren Unterbrechungen bis 1961 wirkte. Während der letzten neun Jahre seines Lebens setzte ein Augenleiden seinem Schaffen ein Ende. Franz Huth starb, hochgeehrt in Thüringen und Ehrenbürger seiner Heimatstadt Pößneck, im Alter von 93 Jahren in Weimar und wurde dort auf dem Historischen Friedhof beigesetzt

 
 

Christian Gottlieb Reichard - ein deutscher Kartograph

Gottlieb Reichardt

Christian Gottlieb Reichard (* 26. Juni 1758 in Schleiz; † 11. September 1837 in Bad Lobenstein) war ein deutscher Kartograph. Er studierte Rechtswissenschaften in Leipzig und wurde 1783 Stadtschreiber in Bad Lobenstein. 1805 erhielt er den Titel Syndikus.

Neben seiner beruflichen Arbeit galt Reichards Hauptinteresse der Geographie und Kartographie. 1797 konstruierte er einen ersten Globus. Mit Adolf Stieler (1775–1836) arbeitete er zusammen an der ersten Ausgabe von „Stieler's Handatlas“, der zwischen 1817 und 1823 bei Justus Perthes erschien und 50 Karten enthielt.

 
 

Nicolaus Schmidt-Künzel ist der gelehrte Bauer von Rothenacker

Es ist der gelehrte Bauer zu sehen, wie er mit einer Karre vollbeladen mit Büchern durch das Land zieht

Nicolaus Schmidt-Künzel wird als der gelehrte Bauer von Rothenacker bezeichnet. Er lebte von 1606 bis 1671 in dieser kleinen Gemeinde nahe der Stadt Tanna.
Sein Ruf in 15 Sprachen, in Geographie, Musik, Heilkunde, Astrologie und selbst im Versemachen bewandert zu sein, lenkte die Aufmerksamkeit der deutschen Gelehrten und Fürsten auf ihn. Diese ließen ihn zu sich kommen, um sich von seinem Wissen zu überzeugen. Bei diesen Begegnungen wurde er reichlich mit Büchern beschenkt, wodurch er eine ansehnliche Bibliothek gewann. Als Soldaten 1643 Feuer im Ort legten, verbrannte leider auch die Bibliothek.

Das Geburtshaus des "Gelehrten Bauern" wurde erhalten und ist heute ein Museum, in dem das Leben und Wirken des "Gelehrten Bauern" dargestellt wird.

Ansprechpartner: Frau Zapf, Herr Buchmann
Tel.: 036646 22697

 
 

Hans Conon v. d. Gabelentz - ein großer Wissenschaftler und Politiker

Gabelentz, ein Wissenschaftler und Politiker in Thüringen

Hans Conon v. d. Gabelentz, 1807 in Altenburg geboren und 1874 in Lemnitz gestorben, war ein Sprachforscher, der 24 Sprachen sprach und 83 Sprachen durchforschte, besonders die ugrischen Sprachen ( Türkisch, Finnisch, Asiatisch usw. ).
Gemeinsam mit dem Altenburger Pfarrer Dr. Löbe übersetzte er die Fragmente der gotischen Bibel des Bischofs Ulfilas aus der frühchristlichen Zeit. Die gotische Bibelübersetzung "Ulfilias" wurde 1846 verlegt. Ein Nachdruck erfolgte 1980 beim Verlag Gerstenberg in Hildesheim. Hans Conon von der Gabelentz erhielt 1846 die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig. Seine wissenschaftliche Bibliothek enthielt etwa 10.000 Bände (befindet sich heute in der Allrussischen Bibliothek in Moskau) und wurde von Gelehrten vieler Länder aufgesucht. Er galt zu seiner Zeit als "Größter Wissenschaftler Thüringens". Aber auch als Politiker spielte Hans Conon eine große Rolle. So war er 1848 als Weimarer Landmarschall ( entspricht heute dem Landtagspräsidenten ) Abgesandter bei der Frankfurter Nationalversammlung. Er gehörte zu denjenigen, die die neue Verfassung ausarbeiteten.

 
 

Richard Bartholdt - bedeutenste Person in der amerikanischen Friedensbewegung (1855 - 1932)

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Richard Bartholdt war ein bedeutender internationaler Politiker mit deutschen Wurzeln. Er wurde 1855 in Schleiz (Reuß j.L.) geboren, wanderte 1872 in die USA aus und stieg dort vom Zeitungsjungen zum angesehenen Congressabgeordneten auf. Er hat seine Heimatstadt nie vergessen und sie in der Zeit der großen Inflation mit zahlreichen Geldspenden unterstützt. Seine Richard-und-Cecilie-Bartholdt-Stiftung hatte z. B. großen Anteil an der Linderung der um 1920 herrschenden Wohnungsnot und 1923 an der Einrichtung einer Notstandsküche. Mit den Stiftungsgeldern konnten drei Wohnhäuser mit jeweils 8 Wohnungen finanziert werden. Weitere Spenden ermöglichten die Erweiterung des Schleizer Krankenhauses und die Förderung begabter Schüler des Gymnasiums. Seiner völkerverbindende und soziale Arbeit wirkt bis heute nach - auch in Ostthüringen.

 

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