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Heinrich Albert - ein Komponist und Liederdichter der Barockzeit
 

Heinrich Albert wurde in Lobenstein im Fürstentum Reuß (Thüringen) geboren. Er besuchte von 1619-1621 die Lateinschule in Gera und studierte 1622 Musik bei seinem Vetter Heinrich Schütz in Dresden, der ihn in die Grundlagen der Kompositionstechnik einführte. Albert musste auf Wunsch seiner Eltern ab 1623 in Leipzig Rechtswissenschaften studieren. Dort wird er jedoch auch weiter Musik bei dem mit Schütz befreundeten Thomaskantor Joh. Hermann Schein studiert haben.

1626 wich er der näherrückenden Gefahr des Dreißigjährigen Krieges aus und ging mit seinem Freund Simon Dach nach Königsberg. 1627 geriet er auf dem Weg von Königsberg nach Warschau, im Gefolge einer holländischen Friedensdelegation, in schwedische Gefangenschaft, aus der er erst ein Jahr später nach Königsberg zurückkehren konnte. Danach studierte er zunächst Festungskunde, um sich aber schließlich doch ganz der Musik zuzuwenden. Vom 1. April 1631 bis zu seinem frühen Tod im Alter von erst 47 Jahren war Heinrich Albert fest angestellter Organist an der Domkirche. Die Universität richtete seine Beerdigung aus, und die auf Latein verfasste Totengedenkrede wurde zur wichtigsten Quelle für seine Biographie.

Albert war Schüler des Dom- und Hofkapellmeisters Johann Stobäus (†1646). Stobäus repräsentierte die Königsberger Tonschule, die man etwa von Johannes Eccard bis zu Johann Sebastiani ansetzen kann (ca. 1590–1690). Hier herrschte meist der fünfstimmige polyphone Vokalsatz vor, den auch Albert pflegte. Populär wurde Heinrich Albert jedoch durch seine einstimmigen Generalbasslieder, von denen etliche durch Reduktion eigener polyphoner Sätze entstanden.

Albert war Mitglied des Königsberger Dichterkreises, zu dem unter anderem Simon Dach, Robert Roberthin, Georg Mylius und zeitweise Martin Opitz gehörten. Die Gruppe traf sich in der Kürbshütte, einer Laube in Heinrich Alberts Garten. Der Garten war die Schwedenschanze an der Mündung des Lindengrabens in den Pregel. Der Kneiphöfsche Rat hatte ihn 1630 seinem Organisten geschenkt. An seiner Laube züchtete Albert Kürbisse, in deren Schale die Freunde ihre Schäfernamen ritzten. Martin Opitz besuchte 1638 hier seinen Freund Simon Dach. Der Garten mit der Hütte wurde jedoch ein Opfer der damaligen Stadtplanung, die eine Bebauung des Weidendammes vorsah.

Heinrich Albert vertonte seine eigenen und die Gedichte seiner Freunde und veröffentlichte seine Musik ab 1638 hauptsächlich in insgesamt acht Heften „Arien oder Melodeyen“ als Partituren. Albert versah die Hefte mit selbstgeschriebenen Vorreden, in denen er ausführliche und detaillierte Spielanweisungen gab. Daneben erschienen aber auch viele Gelegenheitsdrucke, die bibliographisch bisher nicht vollständig erfasst sind.
Das Ännchen von Tharau dürfte wohl Alberts berühmtestes Lied sein. Der Text wurde lange Simon Dach zugeschrieben. Joseph Müller-Blattau hat es jedoch wahrscheinlich gemacht, dass Albert selber der Verfasser des Gedichtes in fehlerhaftem samländischem Niederdeutsch sein dürfte. Heute wird das Lied meist in der hochdeutschen Textfassung von Herder und nach der Melodie von Friedrich Silcher gesungen.

 

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