Logo des Saale-Orla-Kreises
Beginn der Navigation
Navigation überspringen
Ende der Navigation
Beginn des Hauptinhaltes
Hauptinhalt überspringen
Johann Friedrich Böttger - Erfinder des europäischen Porzellans
 

Sein Ausbilder stand diesen Experimenten skeptisch gegenüber. Um diesen zu überzeugen, wandelt Böttger 1701 bei einer öffentlichen Demonstration – angeblich – silberne Münzen in goldene um. Die Kunde von dieser alchemistischen Meistertat verbreitet sich schnell, und verschiedene Monarchen beginnen sich für den Mann hinter der Goldmacherei zu interessieren. Auch August der Starke erfährt von dem jungen Apothekerlehrling. Er lässt Böttger nach Dresden verbringen und seine Experimente wiederholen.

Daraufhin bekam Böttger in Dresden ein Laboratorium zur Herstellung von Gold in größerem Umfang zur Verfügung gestellt. 1704 wurden zusätzlich Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Gottfried Pabst von Ohain herangezogen, um die Goldmacherei voranzubringen. Tschirnhaus, der zu diesem Zeitpunkt schon seit mehreren Jahren mit Experimenten zur Porzellanherstellung beschäftigt ist, gelingt es, Böttger zur Mitarbeit an diesem Projekt zu überreden.
Nach ersten Erfolgen mit keramischen Experimenten gelang den Dreien 1706 die Herstellung von Jaspisporzellan, einem ziegelrotem Steinzeug, das später als Böttgerporzellan bekannt wird.
Mitte 1707 wurden die Versuche zur Porzellanherstellung in Dresden von Böttger und Tschirnhaus im neu errichteten Labor erneut aufgenommen. Durch die Anregungen von Ohain, weiße Erde zu verwenden, gelingt Böttger mit Hilfe von Tschirnhaus im Dezember 1707 erstmals, ein einfaches Gefäß aus Hartporzellan herzustellen. August der Starke treibt nach der Vorführung nun die Vervollkommung des Fertigungsverfahrens mit dem Ziel der fabrikmäßigen Herstellung schnell voran. Tschirnhaus stirbt während der abschließenden Arbeiten im Oktober 1708 und kann so die Fertigstellung und Betriebsaufnahme der Porzellanmanufaktur Meißen nicht mehr miterleben. Nach seinem Tod übernimmt Böttger die Leitung der Forschung und auch der Manufaktur, die 1710 ihre Arbeit aufnimmt.

Am 13. März 1719 stirbt Böttger an den Folgen seiner Experimente mit giftigen Substanzen in Dresden.

 

Zur Druckansicht