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Asylbewerber im Saale-Orla-Kreis
 

2.2 Sonderfall: unbegleitete minderjährige Ausländer

§: SGB VIII, UN-Kinderrechtskonvention

Als unbegleitete minderjährige Ausländer (UMAs) werden Menschen bezeichnet, die noch nicht volljährig sind und ohne sorgeberechtigte Begleitung aus ihrem Heimatland in ein anderes Land flüchten oder dort zurückgelassen werden. Warum sie allein sind, kann viele Ursachen haben (Tod der Eltern, Trennung von der Familie während der Flucht, Flucht aufgrund von Gewalt in der Familie usw.). Weltweit gab es laut UN Flüchtlingshilfe im Jahr 2015 65 Millionen Flüchtlinge – etwa die Hälfte von ihnen ist unter 18 Jahren. Die Zahl der UMAs in Deutschland stieg in den vergangenen Jahren stark an: Beantragten 2008 noch 763 UMAs in Deutschland Asyl, waren es 2014 schon 4.399 (Quelle: Bundestags-Drucksache 18/3850 (2014)).

2014 wurden deutschlandweit etwa 10.000 UMAs durch Jugendämter in Obhut genommen. Im Saale-Orla-Kreis leben aktuell insgesamt 30 UMAs (Stand: 15. März 2018). Die UMAs sind in Kinderheimen sowie Wohngruppen und weiteren Einrichtungen freier Träger im Saale-Orla-Kreis untergebracht.

An die Inobhutnahme schließt sich ein so genanntes Clearingverfahren an, nach dessen Auswertung der Hilfebedarf des UMA festgestellt wird. Beim Clearingverfahren geht es z. B. um die Alterseinschätzung, die psychische und körperliche Verfassung, Informationen zur Identität, Familienangehörige in der Bundesrepublik oder einem anderen Land, Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe oder auch die Art der Unterbringung. Im Saale-Orla-Kreis werden die Jugendlichen in der Regel bis zu ihrem 18. Lebensjahr in einem Heim oder einer Wohngruppe untergebracht.

Ein Gesetz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zur bundesweiten Umverteilung von UMAs („Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher“) ist seit dem 1. November 2015 in Kraft getreten. Die vorher geltende Regelung, nach der die Zuständigkeit für die Flüchtlinge beim Jugendamt der Kommune ihrer Ankunft in Deutschland lag, konzentrierte die Leistungsverantwortung auf wenige Kommunen. Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen sollen UMAs daher direkt nach ihrer Ankunft umverteilt werden – vorzugsweise innerhalb der Bundesländer, aber auch bundesweit.

 
 
 

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