Wälder profitieren vom feuchten Frühsommer

30. Juli 2021 - Medieninformation des Forstamtes Schleiz: Waldzustandserhebung zeigt positive Entwicklung

20210722 150353 ©Katharina Pietzko / Forstamt Schleiz20210722 150353 ©Katharina Pietzko / Forstamt Schleiz

Medieninformation des Forstamtes Schleiz


Schleiz. Aktuell erheben Mitarbeiter der Forstverwaltungen aller Länder flächendeckend Daten zum Zustand der deutschen Wälder, so auch bei ThüringenForst. Die Waldzustandserhebung (WZE) erfolgt bereits seit 31 Jahren deutschlandweit einheitlich. Dadurch ist es möglich langfristige Zeitreihen über die Waldgesundheit zu pflegen und die Entwicklungen genau zu beobachten.

Im Forstamt Schleiz haben Herr Hirsch, Mitarbeiter im Büro des Forstamtes, und Herr Wagner, Revierförster des Reviers Gefell, im Vier-Augen-Prinzip die seit Beginn der Datenerfassung festen WZE-Messpunkte bereist. Diese sind in einem Vier-Mal-Vier-Kilometerraster gleichmäßig über das Forstamtsgebiet, welches den Großteil des Saale-Orla-Kreises sowie einen Teil des Kreises Saalfeld-Rudolstadt umfasst, verteilt.

„An jedem Punkt begutachten wir jährlich 24 Bäume vor allem hinsichtlich Blatt- oder Nadelverlust, Blattgröße, Totästen, Samenbehang und sonstigen Schädigungen. Diese Faktoren sind maßgeblich bei der Einschätzung der Baumgesundheit“, so Hirsch. Die für die WZE erforderliche Ausrüstung umfasst Fernglas, Klemmbrett, Markierspray und Aufnahmebögen.

„Dabei ist es immer gut, wenn die Aufgabe wie im Forstamt Schleiz über längere Zeiträume durch dieselben Mitarbeiter durchgeführt wird oder zumindest immer ein ‚alter Hase‘ im Zweier-Team erhalten bleibt, damit die Beurteilung stets mit demselben geschulten Blick erfolgt. Bevor die Aufnahmen beginnen, werden jährlich die für die WZE verantwortlichen Mitarbeiter von ThüringenForst geschult. Auch das soll der Standardisierung dienen“, erläutert Wagner.

Erstmalig seit fünf Jahren konnte im Forstamtsbereich mit Abschluss der Außenaufnahmen eine positive Tendenz beobachtet werden. „Insbesondere bei unserer heimischen Fichte konnten vergleichsweise geringere Nadelverluste und wieder mehr Nadeljahrgänge an den einzelnen Zweigen festgestellt werden“, konstatiert Hirsch. Diese Ergebnisse erscheinen erstaunlich, wenn man die Berichte der letzten Monate und Jahre über die durch Borkenkäfer schwer geschädigten Wälder unserer Region bedenkt.

„Hier muss man differenzieren. Die Situation ist nach wie vor verheerend“, erläutert die Schleizer Forstamtsleiterin Katharina Pietzko. In vielen Bereichen seien die Fichten zunehmend durch Trockenheit und Borkenkäfer geschädigt. Jedoch sei auch deutlich zu erkennen, dass Fichten, die bisher vom Borkenkäfer verschont geblieben sind, sehr wohl vom reichlichen Niederschlag der letzten Monate profitieren. Diese Bäume haben nun aufgrund ihres guten Gesundheitszustands auch zukünftig bessere Chancen Gefahren abzuwehren.

„Das sagt einiges aus über die Resilienz unserer Wälder aber auch über den direkten Einfluss von Klima und Wetter“, führt Pietzko weiter aus und fügt hinzu: „Im Forstamt hoffen wir alle auf einen feuchten, kühlen Herbst und Winter sowie weiterhin auskömmliche Niederschlagsmengen – auch in den Folgejahren. Das wäre eine große Hilfe hinsichtlich des massiven Schadgeschehens und die Wälder des Forstamtes Schleiz könnten aufatmen. Unabhängig davon dürfen Waldbesitzer, Förster und Unternehmer aber auch nicht müde werden, weiter daran zu arbeiten die Wälder im Forstamtsbereich zu sanieren. Jede Fläche, die wir gemeinsam vom Käfer befreien ist ein Fortschritt und verhindert die weitere Ausbreitung der Schädlinge!“