Kita- und Schulöffnung im Saale-Orla-Kreis zum 19. April geplant

7. April 2021 - Umfassende Selbsttests als Grundvoraussetzung für Präsenzunterricht im Corona-Hotspot Saale-Orla-Kreis / Endgültige Entscheidung, sobald Tests tatsächlich vor Ort eingetroffen sind

ipad Schule 765920 1920 pixabay ©Pixabayipad Schule 765920 1920 pixabay ©Pixabay

Schleiz. Im Saale-Orla-Kreis sollen die Schulen voraussichtlich am 19. April wieder für den Präsenzunterricht öffnen. Das ist das Ergebnis mehrerer auf einem Öffnungskonzept fußenden Beratungen, die seit der vergangenen Woche durchgeführt wurden.

„Für Kinder und Jugendliche ist die Schule ein essenzieller Bestandteil des Lebens, der ihnen nun schon viel zu lange abhandengekommen ist. Dennoch können wir die Augen nicht davor verschließen, dass der Saale-Orla-Kreis seit langem zu dem Gebiet gehört, in dem es die höchsten Infektionszahlen Deutschlands gibt“, erklärt Landrat Thomas Fügmann. „Aus diesem Grund können wir die Öffnung der Einrichtungen nur dann verantworten, wenn sich das Infektionsrisiko dadurch nicht unkontrollierbar erhöht. Dafür wurde ein tragfähiges Konzept erarbeitet, das sich nun in der Feinabstimmung befindet.“

Kernpunkt der Öffnungsstrategie ist neben den absehbaren Impffortschritten innerhalb der Lehrerschaft ein ausgiebiges Testkonzept. „Ohne ein umfassendes Testregime wäre eine Schulöffnung bei unseren hohen Fallzahlen nicht verantwortbar“, bekräftigt der 1. ehrenamtliche Beigeordnete des Saale-Orla-Kreises, Christian Herrgott. Unter seiner Federführung wird die Öffnungsstrategie – auch unter Einbeziehung von Schulleitungen, Schulamt und Elternvertretern – erarbeitet.

Konkret ist vorgesehen, dass alle Schülerinnen und Schüler zweimal wöchentlich einen altersgerechten Selbsttest durchführen – vor Ort in den Schulen. Anders als in einem Elternbrief von Bildungsminister Helmut Holter vom 6. April beschrieben, sollen die Selbsttests für Schülerinnen und Schüler im Saale-Orla-Kreis jedoch verpflichtend sein. „Angesichts der hohen Viruslast im Landkreis können wir eine Öffnung nur dann verantworten, wenn wirklich nur diejenigen Zutritt erhalten, die negativ getestet wurden. Wir müssen unbedingt vermeiden, dass sich die Schulen zu neuen Infektionsherden entwickeln“, so Landrat Fügmann.

Erfahrungen aus der Wirtschaft, aber auch Schulen in anderen Regionen zeigen, dass es zwar vor Beginn umfassender Testreihen durchaus Vorbehalte gibt, die Akzeptanz in den ersten Wochen aber schnell steigt, wenn sich die Abläufe einmal eingespielt haben.

Die ursprünglich erhoffte Öffnung zum Ende der Osterferien, also am 12. April, kann nicht umgesetzt werden, da noch nicht absehbar ist, ob die vom Thüringer Bildungsministerium beschafften Selbsttest bis dahin an alle Schulen geliefert sind. Bislang ist erst ein Teil eingetroffen. Darüber hinaus haben auch die Schulleitungen ein wenig Aufschub zur Vorbereitung erbeten, weswegen als Zielstellung für die Öffnung nun der 19. April anvisiert wird. Eine verbindliche Aussage soll am kommenden Mittwoch getroffen werden. Dann wird auch das Schulöffnungskonzept für den Saale-Orla-Kreis im Detail vorgestellt.

Zeitgleich mit der geplanten Schulöffnung soll auch in den Kindertagesstätten die Phase der Notbetreuung enden, die diesen Namen angesichts von Belegungszahlen zwischen 50 und 80 Prozent kaum noch verdient. Auch hier soll es damit einhergehend ein umfassendes Testangebot geben, allerdings auf freiwilliger Basis. Vorher sind jedoch noch einzelne Fragen hinsichtlich der Beschaffung der Tests zu klären.

Pressesprecher
Alexander Hebenstreit