Initiative gegen Einsamkeit nun auch mit zwei Fachkräften im Oberland des Saale-Orla-Kreises

Agathe-Projekt des Thüringer Sozialministeriums will ältere Menschen in der Region wieder mehr in die Gemeinschaft integrieren und vor Ort über Angebote informieren

Gruppenfoto am DienstfahrzeugGruppenfoto am Dienstfahrzeug

„Älter werden in der Gemeinschaft – Thüringer Initiative gegen Einsamkeit“ – dieses Projekt des Thüringer Sozialministeriums unter dem Namen AGATHE gibt es seit dem vergangenen Sommer in acht Thüringer Landkreisen und kreisfreien Städten. Im Saale-Orla-Kreis nahmen im August zunächst zwei Beraterinnen ihre Arbeit in den Verwaltungsgemeinschaften Ranis-Ziegenrück und Oppurg auf. „Nun ist es uns gelungen, den Kreis der Beraterinnen auf vier zu erweitern und damit auch im Oberland des Saale-Orla-Kreises, nämlich in Rosenthal am Rennsteig und Remptendorf sowie stundenweise auch in Wurzbach aktiv zu werden“, informiert Katja Lukas, Planungskoordinatorin im Fachbereich Jugend, Soziales und Gesundheit im Landratsamt.

Das Agathe-Programm des Sozialministeriums ermöglicht eine Förderung von bis zu vier Vollzeit-Beraterinnen, die bisher nur im Saale-Orla-Kreis ausgeschöpft wird. Seit dem 1. Januar kann dadurch die direkte Weiterführung der bisher bei der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein geförderten mobilen Seniorenbüros in den Gemeinden im Süden des Kreises gesichert werden. So ist Ute Grüner als Agathe-Beraterin Ansprechpartnerin für die Gemeinde Rosenthal am Rennsteig. Tamara Weinreich übernimmt die Aufgabe in den Gemeinden Remptendorf und Wurzbach. Beide verfügen über jahrzehntelange berufliche Erfahrungen im Bereich Pflege sowie der Pflegedienstleitung, sind seit Jahren bestens in ihrer Heimatregion vernetzt.
Sie freuen sich auf die neue Beratertätigkeit, um gezielt ältere Menschen wieder stärker in die Gemeinschaft vor Ort zu bringen – so das Ziel der Förderung durch das Thüringer Sozialministerium, das die Beraterinnen, aber auch die Beratungsangebote in den Kommunen unterstützt. So soll älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern ermöglicht werden, so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause zu führen, auch wenn Familienangehörige nicht in der Nähe wohnen und sie nicht selbst unterstützen können.

Seit August sind Susan Hall in der Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück und Irene Steffens in der Verwaltungsgemeinschaft Oppurg im Agathe-Projekt aktiv. Sie konnten ihre Angebote in den dazugehörigen Gemeinden bekannt machen und wichtige Kontakte knüpfen. Auch individuelle Beratungen gab es in den vergangenen Monaten. In diesem Jahr soll dies weiter vertieft werden. Die Beraterinnen begleiten die Klienten dabei nach deren individuellen Bedarfen und Wünschen, auch bei schwierigen und herausfordernden Aufgaben.

Mit der Erweiterung des Agathe-Projektes können ab sofort noch mehr Menschen im Saale-Orla-Kreis erreicht werden. Dabei soll auch die Zusammenarbeit mit anderen Beratungs- und Informationsstellen und den Aktiven vor Ort in den Kommunen ausgebaut und intensiviert werden, um die Lebensqualität der – insbesondere älteren, alleinlebenden – Menschen vor Ort zu verbessern.

Ehrenamtliche Helfer, die sich dabei einbringen möchten, können sich ebenfalls gern an die AGATHE-Beraterinnern wenden.

Zu erreichen sind die Agathe-Beraterinnen im Saale-Orla-Kreis unter folgenden Telefonnummern:

Susan Hall 0160 5848 908
Irene Steffens 0151 1763 4921
Ute Grüner 0151 2038 0240
Tamara Weinreich 0176 1055 4416

sowie per Mail unter agathe@lrasok.thueringen.de


Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter Agathe - Älter werden in der Gemeinschaft

 

Wer sich selbst pflegt, pflegt besser

Info-Nachmittag zum Thema Demenz in Blankenberg zum Lachen und Nachdenken AGATHE-Beraterin Ute Grüner dankt für das Interesse

Ob es gelingt, die Anstrengungen pflegender Angehöriger mit Humor und Optimismus leichter zu gestalten, erfährt jeder erst dann, wenn er selbst in einer solchen Situation ist. Einen Versuch ist es wohl wert. Und so wurde der Info-Nachmittag in Blankenberg, anlässlich der Thüringer Woche pflegender Angehöriger zu einer unterhaltsamen Veranstaltung.

Trotz des Themas: Demenz – Wissenswertes, Vorbeugung, Therapiemöglichkeiten, wurde gelacht – auch jeder und jede Anwesende über sich selber.

20 Gäste waren der Einladung von AGATHE–Beraterin Ute Grüner in den Blankenberger Saal gefolgt, um den Vortrag von Dr. Wilhelm Arnbold aus Erfurt zu hören. Der Mediziner ist bereits im Ruhestand. Doch seit 16 Jahren hilft er im Auftrag der Thüringer Alzheimergesellschaft, Menschen auf dem Land mit Pflegebedürftigkeit und Demenz umzugehen.

Sein Vortrag war eine lockere Aneinanderreihung von Beispielen, die sich im Alltag Pflegender und Pflegebedürftiger zutragen. Seine Botschaft: Sich selbst Gutes tun, damit man zufrieden ist, dem anderen und seinen vermeintlichen Macken mit Gelassenheit begegnen kann. Positives Denken und gute Gedanken bezeichnet er gar als Wunderwaffen, die nicht nur für pflegende Angehörige, sondern auch jeden Menschen nutzbar und immer verfügbar sind.

Dr. Arnbold erklärte das Krankheitsbild Alzheimer-Demenz, welches seit 1901 erforscht wird und verdeutlichte, dass niemand etwas für seine Demenz könne. Er erklärte Phasen der Erkrankung und gab Tipps, wie das Hirn angeregt werden könne. Trotzdem Heilung gibt es nicht. Betroffene und Angehörige müssen dies durchstehen, möglichst gemeinsam. 

Ein gutes Instrument, um sich Auszeiten und Freiräume zu schaffen, sei die Tagespflege, wenigstens für ein, zwei Tage pro Woche. 

Selbstfürsorge heiße auch, Alarmzeichen einer Überlastung zu erkennen, zum Beispiel planloses Handeln und Vergesslichkeit, können darauf hinweisen. 

Dr. Arnbold brachte immer wieder, meist amüsante Beispiele, um die Arten der Demenz zu erläutern. Und er machte deutlich, dass der beste Weg mit Demenzkranken umzugehen sei, ihnen nicht zu widersprechen, ruhig zu bleiben und ihnen mit Erinnerungen aus lange vergangener Zeit, zum Beispiel alten Liedern oder Tätigkeiten Freuden zu bereiten.

Am Ende des Vortrages wurde das Rennsteiglied gemeinsam gesungen, auch da wieder eine Parallele zur Pflege, dem Demenzkranken tue das bekannte Lied gut, dem Pflegenden solle es Einladung sein, in besonders anstrengenden Phasen Entspannung in der Natur zu suchen.

Wem das nicht genügt, der kann stets Unterstützung bei AGATHE–Beraterin Ute Grüner suchen. Sie ist Ansprechpartnerin für die Ortsteile der Gemeinde Rosenthal am Rennsteig  und hatte fünf Veranstaltungen in der Woche organisiert.

Kontakt: Ute Grüner, AGATHE–Beraterin (ehemals mobiles Seniorenbüro)

Tel.: 0151 – 20380240, U.Gruener@diakonie-wl.de