Jobcenter Saale-Orla-Kreis

Verantwortlich für die Erbringung der Grundsicherungsleistungen sind die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die kommunalen Träger –  im Fall des Saale-Orla-Kreises der Landkreis. Trotz der verschiedenen Zuständigkeiten werden die Grundsicherungsleistungen aus einer Hand erbracht. Dafür wurden mit den Jobcentern gemeinsame Einrichtungen gebildet.

Das Jobcenter Saale-Orla-Kreis unterstützt die Bürgerinnen und Bürger mit:

  • Leistungen zur Eingliederung in Arbeit
  • Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts

Ziel ist, dass die Bürgerinnen und Bürger, Kundinnen und Kunden des Jobcenters ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Angehörigen aus eigenen Mitteln und eigenen Kräften bestreiten können.

Wie die Bezeichnung zeigt, ist mit der Grundsicherung die Absicherung des Existenzminimums gemeint, also die Sicherung des zum Leben Notwendigen. Diese Absicherung ist für alle gedacht, die zu wenig oder keine eigenen Mittel zur Verfügung haben.



Einführung des Bürgergeldes

Informationen zur Einführung des Bürgergeldes zum 1. Januar 2023 hat die Servicestelle SGB II hier zusammengestellt (hier klicken).

Steht mir Bürgergeld zu? Und wenn ja, in welcher Höhe? Eine nützliche Orientierungshilfe bietet der kostenfreie Bürgergeld-Onlinerechner der Caritas (hier klicken).

Regelungen, die seit 1. Januar 2023 gelten:

  • Die Regelsätze steigen je nach Regelbedarfsstufe der Leistungsberichtigten zwischen 35 und 53 Euro.
  • Die Angemessenheit der Wohnung wird erst nach 12 Monaten (Karenzzeit) geprüft. Bis dahin werden die tatsächlichen Kosten der Wohnung übernommen. Das gilt nicht für die Heizkosten, die im angemessenen Umfang gewährt werden.
  • In den ersten 12 Monaten (Karenzzeit) bleibt Vermögen von bis zu 40.000 Euro geschützt. Für jede weitere Person der Bedarfsgemeinschaft erhöht sich dieser Freibetrag um jeweils 15.000 Euro.
  • Nach der Karenzzeit gilt ein Vermögensfreibetrag von 15.000 Euro für jede Person der Bedarfsgemeinschaft. Rücklagen für die Altersvorsorge und selbstgenutztes Wohneigentum werden ebenfalls besser geschützt.
  • Der sogenannte Vermittlungsvorrang (also die bevorzugte Vermittlung in Erwerbstätigkeit) ist aufgehoben. Weiterbildung und der Erwerb eines Berufsabschlusses stehen beim Bürgergeld im Vordergrund.
  • Leistungsminderungen bei Pflichtverletzungen und Meldeversäumnissen sind von Beginn des Leistungsbezugs an möglich, das Sanktionsmoratorium ist seit Ende 2022 aufgehoben.
  • Bei einem Meldeversäumnis wird der Regelbedarf um 10 Prozent für einen Monat gemindert. Bei der ersten Pflichtverletzung wird der Regelbedarf um 10 Prozent für einen Monat, bei einer zweiten Pflichtverletzung um 20 Prozent für zwei Monate und in der letzten Stufe um 30 Prozent für drei Monate gemindert.
  • Der Soziale Arbeitsmarkt wird entfristet.
  • Minderjährige, die Grundsicherungsleistungen zurückzahlen müssen, weil diese zu Unrecht gewährt wurden, haften für diese Überzahlung bei Eintritt der Volljährigkeit nur noch dann, wenn sie mehr als 15.000 Euro an Vermögen haben.
  • Bis zu einer Bagatellgrenze von 50 Euro verzichten Jobcenter auf Rückforderungen.
  • Ältere erwerbsfähige Leistungsberechtigte müssen nicht vorzeitig die Altersrente in Anspruch nehmen.
  • Die Sonderregelung für Ältere, wonach sie nach einem Jahr des Leistungsbezuges nicht mehr als arbeitslos erfasst werden, ist aufgehoben.
  • Es gibt in der Grundsicherung für Arbeitsuchende nicht mehr entweder Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, sondern einheitlich Bürgergeld. Die Behörden haben aber noch bis Mitte 2023 Zeit, um alle Formulare anzupassen.
  • Die Handlungsmaximen der Antidiskriminierung werden ins SGB II aufgenommen.
  • Kommt es zu einer Leistungsüberzahlung wegen Aufnahme einer bedarfsdeckenden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, muss diese Überzahlung nicht mehr in einem Betrag erstattet werden. Vorgesehen ist eine Ratenzahlung in Höhe von 10 Prozent des jeweiligen Regelbedarfs.
  • Regelungen, seit 1. Juli 2023 gelten:
  • Die Freibeträge für Erwerbstätige werden verbessert. Bei einer Beschäftigung mit einem Einkommen zwischen 520 und 1000 Euro dürfen 30 Prozent (statt bisher 20 Prozent) davon behalten werden. Das bedeutet bis zu 48 Euro mehr im Geldbeutel als bisher
  • Junge Menschen dürfen das Einkommen aus Schüler- und Studentenjobs und aus einer beruflichen Ausbildung genauso wie Bundesfreiwilligen- und FSJ - dienstleistende bis zur Minijob-Grenze (derzeit 520 Euro) behalten. Das gilt auch in einer dreimonatigen Übergangszeit zwischen Schule und Ausbildung. Einkommen aus Schülerjobs in den Ferien bleibt gänzlich unberücksichtigt. Ehrenamtliche können jährlich bis zu 3.000 Euro der Aufwandsentschädigung behalten.
  • Der Kooperationsplan ersetzt die formale Eingliederungsvereinbarung. Der Kooperationsplan ist der „rote Faden“ für die Arbeitssuche und wird in verständlicher Sprache gemeinschaftlich von Jobcenter-Beschäftigten und Bürgergeld-Beziehenden erarbeitet. Er enthält keine Rechtsfolgenbelehrung. Er wird schrittweise bis Ende 2023 die Eingliederungsvereinbarung ablösen.
  • Wenn bei der Erarbeitung des Kooperationsplans Meinungsverschiedenheiten auftreten, kann das neue Schlichtungsverfahren weiterhelfen.
  • Bürgergeld-Beziehende können die ganzheitliche Betreuung/Coaching als neues Angebot in Anspruch nehmen. Das Coaching kann auch aufsuchend, ausbildungs- oder beschäftigungsbegleitend erfolgen.
  • In Bezug auf Weiterbildung gilt:
    Wer eine Weiterbildung mit Abschluss in Angriff nimmt, bekommt für erfolgreiche Zwischen - und Abschlussprüfungen eine Weiterbildungsprämie. Zusätzlich gibt es ein monatliches Weiterbildungsgeld in Höhe von 150 Euro.
  • Für andere Maßnahmen, die für eine nachhaltige Integration besonders wichtig sind, gibt es einen monatlichen Bürgergeldbonus von 75 Euro.
  • Es besteht die Möglichkeit, mehr Zeit zum Lernen zu bekommen. Das Nachholen eines Berufsabschlusses kann bei Bedarf auch unverkürzt gefördert werden.
  • Im SGB III wird der Arbeitslosenversicherungsschutz für Personen, die während einer Weiterbildung Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung erhalten, durch eine längere Mindestrestanspruchsdauer nach Ende der Weiterbildung verbessert.
    Wer Grundkompetenzen benötigt, zum Beispiel bessere Lese-, Mathe- oder IT-Kenntnisse, kann diese leichter nachholen.
  • Die Anforderungen an die Erreichbarkeit von Leistungsbeziehenden wird an die Möglichkeiten moderner Kommunikation angepasst.
  • Mutterschaftsgeld wird nicht mehr als Einkommen angerechnet.
  • Erbschaften zählen nicht als Einkommen, sondern als Vermögen.
  • Bei einer medizinischen Reha muss kein Übergangsgeld mehr beantragt werden, das Bürgergeld wird weitergezahlt.


Das Jobcenter ist zu folgenden Servicezeiten geöffnet:
  Schleiz,
Pahlhornstraße 6
Pößneck,
Wohlfarthstraße 3 - 5
Montag 8 bis 12 Uhr nach Vereinbarung
Dienstag nach Vereinbarung 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr
Mittwoch geschlossen geschlossen
Donnerstag 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr nach Vereinbarung
Freitag nach Vereinbarung geschlossen

Während der Servicezeiten haben wir zur Klärung dringender Angelegenheiten geöffnet. Für Beratungsgespräche vereinbaren Sie bitte einen Termin.

In den Häusern gelten zum Schutz der Kundinnen und Kunden und Kolleginnen und Kollegen die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln (Abstand mindestens 1,5 Meter, bitte bei Bedarf einen Mund-Nasen-Schutz bereithalten).

Alle Kundinnen und Kunden können außerdem viele ihrer Anliegen einfach und unkompliziert digital oder telefonisch erledigen.



Jobcenter des Saale-Orla-Kreises natürlich auch digital

Es ist Zeit, zu entdecken, wie viel Zeit und Aufwand man mit www.jobcenter.digital sparen kann:

  • Formulare online ausfüllen und sicher verschicken
  • Veränderungen einfach online mitteilen
  • mit Online-Anträgen Porto sparen
  • Wartezeiten und Anfahrtsstress vermeiden
  • Fristen einhalten
  • Termine buchen
  • mit dem Postfachservice Informationen/Unterlagen schicken
  • Fragen stellen, zum Beispiel zu Miete und Heizkosten; Beantragung von Leistungen oder zu Weiterbildungsmöglichkeiten

Auf diesem Weg eingereichte Unterlagen stehen am Folgetag der Bearbeitung sofort zur Verfügung. Kundinnen und Kunden benötigen dafür Benutzerdaten. Alles Weitere dazu erfahren sie telefonisch beim Jobcenter. 

Ausführliche Informationen zu den e-Services finden Sie unter https://www.arbeitsagentur.de/eservices.



Kundinnen und Kunden erreichen das Jobcenter Saale-Orla-Kreis unter:
Telefon 03663 / 434-250 (für Nachfragen zu Leistungen)
  03647 / 506-100 (für Nachfragen zu Leistungen)
  03663 / 434-288  
Fax 03663 / 434-259  
E-Mail JC-SOK@jobcenter-ge.de  
  JC-SOK-Leistung@jobcenter-ge.de  (für Leistungsangelegenheiten, Umzug, Einkommen, usw.)