Erste Schritte zur Etablierung eines Jugendparlament im Saale-Orla-Kreis

Kreistagsbeschluss im Mai 2020/Auftaktveranstaltungen der Jugendlichen im Herbst im ganzen Kreisgebiet

Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Jugendparlaments in Schleiz, Diskussion im PodiumAuftaktveranstaltung zur Gründung eines Jugendparlaments in Schleiz, Diskussion im Podium

Die junge Generation künftig stärker an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen – das ist das Ziel der Etablierung eines Jugendparlaments im Saale-Orla-Kreis. Bereits mehrfach hatten sich Schüler und Jugendliche eine solche Plattform der Mitbestimmung gewünscht; mehrfach wurde der Wunsch in Wahlprogrammen manifestiert.
Nun ist der Anfang gemacht. So schufen die Mitglieder des Kreistages im Mai 2020 mit einem Grundsatzbeschluss eine wichtige Voraussetzung. Im Anschluss gingen Einladungen aus der Kreisverwaltung an alle Bildungseinrichtungen und Organisationen der Jugendarbeit.

#seeU4future

Mit einer Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Jugendparlaments für den Saale-Orla-Kreis wurde im September in der Schleizer Wisentahalle ein nächster wichtige Schritt unternommen. Im Zentrum der Zusammenkunft stand jedoch weniger das Festzurren der künftigen Strukturen und Regeln für eine parlamentarische Jugendvertretung. Stattdessen ging es den fast 40 Teilnehmenden neben dem Sammeln von Ideen darum, sich gegenseitig kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und zu vernetzen.

„Ich freue mich sehr, und zwar nicht nur, dass sich so viele Jugendliche einbringen möchten, sondern dass sie sich auch repräsentativ über den ganzen Saale-Orla-Kreis verteilen,“ erklärte Landrat Thomas Fügmann.

Der Landrat zählte zu mehreren Entscheidungsträgern, die sich und ihre Arbeit eingangs kurz vorstellten, um den versammelten Mädchen und Jungen aufzuzeigen, an welchen Stellen sie beispielsweise ansetzen können, um sich Gehör zu verschaffen. „Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sich einbringen kann. Es wäre schön, wenn künftig nicht nur Ältere über Jugendliche entscheiden, sondern die Jugendlichen mitentscheiden“, so Fügmann.

Pauline Schmidt aus Schleiz, Mitglied im Jugendbeirat des Kreisjugendrings, erklärte auch anhand eigener Beispiele, wie Jugendliche finanzielle Unterstützung für konkrete Projekte erhalten können und warb für das Jugendparlament als Standortfaktor. „Ich bin der Meinung, dass sich junge Menschen hier in der Region heimisch fühlen, wenn sie aktiv daran beteiligt werden, sie mitzugestalten und somit in ihr verankert werden. Es braucht die Chance für uns, unserer Heimat einen Stempel aufzudrücken“, appellierte die 19-Jährige.

Neben ihr ergriff mit Karoline Jobst aus Krölpa auch die bekannteste Stimme der Fridays for Future-Bewegung im Saale-Orla-Kreis das Wort. „Ich freue mich, weil ich die Hoffnung habe, dass sich ab heute tatsächlich etwas ändert. Wir wollen uns einbringen – und das nicht nur am Wahltag“, verdeutlichte die 17-Jährige und rief die Entscheidungsträger im Landkreis auf, aufzuhören, über die Jugendlichen zu reden und stattdessen mit ihnen zu reden.

Der zweite Teil der Veranstaltung in Schleiz diente dazu, in kleineren Gruppen ins Gespräch zu kommen und Ideen zu sammeln. Unter vier thematischen Schwerpunkten – Natur & Umwelt, Kultur & Freizeit, politisches Engagement im Saale-Orla-Kreis und persönliche Wünsche und Vorstellungen – wurden wertungsfrei Gedanken gesammelt, die künftig vertieft, artikuliert und idealerweise umgesetzt werden sollen.

Das nächste Treffen der Jungparlamentarier fand im Oktober in Form einer Videokonferenz statt, unter anderem mit Teilnehmenden in Jugendhäusern in Pößneck, Bad Lobenstein, Schleiz und Triptis. Hier wurden Absprachen zur weiteren Arbeitsweise – konkret auch mit der Einrichtung einer WhatsApp-Gruppe – getroffen und wichtige Themen für Jugendliche im Saale-Orla-Kreis besprochen, wie etwa öffentlicher Nahverkehr, Umwelt, Freizeit und Kultur.

Sehen Sie hier den Videotrailer „SeeU4Future“ von der Auftaktveranstaltung, gefilmt und zusammengestellt von Filmemacher Vaclav Harsa

Videotrailer SeeU4Future